SG 09 Kirchhof will mit offensiver Deckung die Gegner in der Gruppe Ost überraschen


 

 Artikel vom 18.08.2011 
von Björn Mahr           

   

Melsungen. Oft entpuppte sie sich als sensibles Gebilde, die Mannschaft der SG 09 Kirchhof in der Handball-Saison 2010/2011. Was vor allem dann deutlich wurde, wenn immer wieder unvorbereitet der Torabschluss gesucht wurde.

Eine Einladung an den Gegner der 3. Liga West, über den schnellen Gegenstoß zum Erfolg zu kommen. Jetzt soll alles anders werden - nicht nur, weil das Team aus der West- in die Ostgruppe eingegliedert wurde.

„In Gesprächen“, erklärt Trainer Mike Fuhrig, „merkt man, dass wir nun einen viel offeneren Umgang miteinander haben.“ Es sei ruhiger geworden. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Bei der Zusammensetzung der Mannschaft wurde darauf geachtet, dass sich das Gros der Spielerinnen aus vorangegangenen Engagements bei anderen Klubs schon bestens vertraut sind. Jana Pollmer, zuletzt in Bad Wildunger Diensten, und Christin Schene („Eine neue Herausforderung für mich“) agierten bereits Seite an Seite in Böddiger. Dort waren auch die Geschwister Lena und Anne Hildebrandt Teamkolleginnen, die bereits seit einem Jahr bei der SG 09 Vertrag stehen.

Rückkehrerin Viktoria Marquardt (ebenfalls aus Wildungen) dürfte ohnehin keine Anlaufprobleme haben. Von 2007 bis 2010 erzielte sie in 72 Partien für Kirchhof 404 Tore. „Ich muss Verantwortung auf dem Feld übernehmen. Dabei will ich auch zwischen Trainer und Spielerinnen vermitteln“, sagt Kreisläuferin Marquardt, die mit 28 Jahren die erfahrenste Akteurin im Team ist und damit auch Ansprechpartnerin für die vielen jungen Talente im Aufgebot.

Neben Eigengewächsen wie Sandra Kühlborn, Laura Sauerwald und Lena Dietrich, die immer mal wieder aus dem Juniorteam hochgezogen werden, trifft dies auf die Neuerwerbungen Ann-Kathrin Hieronymus (A-Jugend HSG Bad Wildungen), Christin Kühlborn (eigener Nachwuchs) und Torfrau Julie Bärthel (Zwehren) zu. Hieronymus soll sich mit Schene, Pollmer und Vilte Duknauskaite die Arbeit im Rückraum teilen. Was fehlt, ist eine Linkshänderin im Kader.

Allerdings legt Fuhrig vor allem Wert darauf, dass seine Schützlinge über die erste und zweite Welle zum Erfolg kommen. Auf Basis einer offensiven Deckung: Neben der 3:2:1-Formation könnte dies auch eine 4:2-Abwehr sein. „Hinten sind wir dieses Jahr noch besser besetzt“, meint der Coach. In der Hoffnung, dass sie mit diesen (für viele Kontrahenten ungewohnten) Defensivsystemen einiges ausrichten können.

Andererseits betreten die Kirchhöferinnen auch Neuland. Bis auf den Lokalrivalen SV Germania Fritzlar und den Thüringer HC II sind der SG alle Gegner fremd. „Das wird eine interessante Saison. Wir wollen früh einen sicheren Tabellenplatz erreichen“, sagt Vicky Marquardt und vertraut darauf, dass aus einem sensiblen ein stabiles Gebilde geworden ist.

Von Björn Mahr



 

(22.08.11)

<<zurück