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Melsungen. Oft entpuppte
sie sich als sensibles Gebilde, die Mannschaft der SG 09 Kirchhof in
der Handball-Saison 2010/2011. Was vor allem dann deutlich wurde,
wenn immer wieder unvorbereitet der Torabschluss gesucht wurde.
Eine
Einladung an den Gegner der 3. Liga West, über den schnellen
Gegenstoß zum Erfolg zu kommen. Jetzt soll alles anders werden -
nicht nur, weil das Team aus der West- in die Ostgruppe
eingegliedert wurde.
„In
Gesprächen“, erklärt Trainer Mike Fuhrig, „merkt man, dass wir nun
einen viel offeneren Umgang miteinander haben.“ Es sei ruhiger
geworden. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Bei der
Zusammensetzung der Mannschaft wurde darauf geachtet, dass sich das
Gros der Spielerinnen aus vorangegangenen Engagements bei anderen
Klubs schon bestens vertraut sind. Jana Pollmer, zuletzt in Bad
Wildunger Diensten, und Christin Schene („Eine neue Herausforderung
für mich“) agierten bereits Seite an Seite in Böddiger. Dort waren
auch die Geschwister Lena und Anne Hildebrandt Teamkolleginnen, die
bereits seit einem Jahr bei der SG 09 Vertrag stehen.
Rückkehrerin Viktoria Marquardt (ebenfalls aus Wildungen) dürfte
ohnehin keine Anlaufprobleme haben. Von 2007 bis 2010 erzielte sie
in 72 Partien für Kirchhof 404 Tore. „Ich muss Verantwortung auf dem
Feld übernehmen. Dabei will ich auch zwischen Trainer und
Spielerinnen vermitteln“, sagt Kreisläuferin Marquardt, die mit 28
Jahren die erfahrenste Akteurin im Team ist und damit auch
Ansprechpartnerin für die vielen jungen Talente im Aufgebot. |
Neben Eigengewächsen wie Sandra
Kühlborn, Laura Sauerwald und Lena Dietrich, die immer mal wieder
aus dem Juniorteam hochgezogen werden, trifft dies auf die
Neuerwerbungen Ann-Kathrin Hieronymus (A-Jugend HSG Bad Wildungen),
Christin Kühlborn (eigener Nachwuchs) und Torfrau Julie Bärthel (Zwehren)
zu. Hieronymus soll sich mit Schene, Pollmer und Vilte Duknauskaite
die Arbeit im Rückraum teilen. Was fehlt, ist eine Linkshänderin im
Kader. Allerdings legt Fuhrig
vor allem Wert darauf, dass seine Schützlinge über die erste und
zweite Welle zum Erfolg kommen. Auf Basis einer offensiven Deckung:
Neben der 3:2:1-Formation könnte dies auch eine 4:2-Abwehr sein.
„Hinten sind wir dieses Jahr noch besser besetzt“, meint der Coach.
In der Hoffnung, dass sie mit diesen (für viele Kontrahenten
ungewohnten) Defensivsystemen einiges ausrichten können.
Andererseits betreten die
Kirchhöferinnen auch Neuland. Bis auf den Lokalrivalen SV Germania
Fritzlar und den Thüringer HC II sind der SG alle Gegner fremd. „Das
wird eine interessante Saison. Wir wollen früh einen sicheren
Tabellenplatz erreichen“, sagt Vicky Marquardt und vertraut darauf,
dass aus einem sensiblen ein stabiles Gebilde geworden ist.
Von Björn Mahr
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