Orkan in Oedelsheim
Der Sturmlauf zur Spitze, sollte die
Schlagzeile auch nach dem Spiel lauten, doch für die
Sportgemeinschaft war es ein wahrer Orkan in Oedelsheim.
Sieht man das Ergebnis, sollte man meinen, Kirchhof hat sang- und
klanglos beim Tabellenführer Wesertal verloren. Aber dem ist nicht
so! Es war ein hartes Spiel, ein Spiel auf sehr hohem
Landesligalevel, ein Spiel in dem sich Kirchhof 50 Minuten gegen den
Sturmlauf wehrte und auch an einen Sieg glauben konnte.
Das Juniorteam musste kurzfristig auf die Nummer 1 im Tor, auf
Nadine Wenderoth (krankheitsbedingt), verzichten. Schon in der 10.
Spielminute lag Grün-Weiß mit 7:2 hinten. „Mit den eigenen Waffen
hat uns Wesertal geschlagen, über die schnelle Mitte oder 1. und 2.
Welle“, so ein enttäuschter Trainer Christian Denk. Er nahm seine
erste Auszeit, und diese fruchtete. Kirchhof fand besser ins Spiel,
allen voran Dóra Darányi. Aber auch entschlossen gingen jetzt Sandra
Kühlborn und Sophie Bachmann in die Lücken. Das Rückzugsverhalten
verbesserte sich ebenfalls und zwang die Gastgeber zu dem
Positionsspiel!
Für die glücklose Laura Clobes kam Lisa Meyer.
Diese Einwechslung gab neue Impulse. Tor um Tor spielte sich die
Sportgemeinschaft heran.

Lisa Meyer
Laura Nolte verkürzte zum 11:9. Diese
Phase kostete jedoch ganz viel Kraft, immer wieder wurde Kirchhof
mit Zeitstrafen gehandicapt, allein Lea Grube musste gleich zweimal
in den ersten 15 Minuten ihre Strafen ab sitzen.
Mit angezogener Handbremse musste die Kirchhof-Spielerin
weiterspielen. Mit 15:15 ging es in die Halbzeitpause.
|
Nach dem Seitenwechsel konnte sich keine Mannschaft absetzen und die
Atmosphäre in der Halle wurde immer hitziger. Da nutzte auch nichts
die Pressdeckung für Dóra Darányi, denn immer wieder blitzten
abwechselnd Sandra Kühlborn, Lena Dietrich und Sophie Bachmann mit
schönen Einzelaktionen auf. In der Abwehr leistete sich die SG 09
nun Konzentrationsschwächen und diese nutzten Caroline Schräder
(meistens über Linksaußen) und Thekla Riedel eiskalt aus. Der
Knackpunkt des Spiels, die 45. Minute, beim Spielstand von 24:26
wird die Chance nicht genutzt, mit einem Siebenmeterwurf auf drei
Tore davon zu ziehen.
Karin Jakobi hielt. Im Gegenzug erhält Sandra Kühlborn eine sehr
fragwürdige Zeitstrafe aufgebrummt und die Halle in Oedelsheim
kochte gewaltig. „Damit kommt meine junge Mannschaft noch nicht zu
recht und wir haben die Kontrolle verloren“, so Christian Denk. Das
Schicksal nimmt seinen Lauf, die Spielgemeinschaft mit den vier
Stammvereinen kämpft sich durch einen 6-Torelauf auf 30:26 davon.
Das Spiel ist verloren. Ab der 52. Spielminute gelingt Kirchhof kein
Tor mehr, das Handball spielen ist eingestellt. Mit 10 Zeitstrafen
und 9 Siebenmeterwürfe gegen Kirchhof ist es kaum möglich, solch
einen starken Gastgeber zu bezwingen.
Das
Kirchhof-Fazit: Wesertal hat sich zum Vorjahr deutlich
gesteigert, ist eine starke, sehr erfahrene Mannschaft und in
entscheidenden Phasen abgezockter. Im Moment nimmt das Team von
Trainer Herbold zu Recht die Tabellenspitze ein.
Notiz am
Rande: Respekt vor der tollen und großen
Zuschauerkulisse. Das Pfeifkonzert bei den Ballkontakten von
Kirchhof und teilweise unfaire Beleidigungen gegen die jungen
Spielerinnen haben Christian Denk nicht gefallen. „Dies hat uns
verunsichert und geschwächt“, bedauert der Juniortrainer.
Tore SG 09 Kirchhof: Laura Nolte (3),
Anna-Lena Wagener (1), Lea Grube (2), Sandra Kühlborn (5/1), Huda
Otto (1) Sophie Bachmann (5), Dóra Darányi (7/1).
|