HSV Solingen Gräfrath 76 - SG 09 Kirchhof
3. Handball-Liga Frauen: Kirchhofs gute Leistung gegen Gräfrath bleibt unbelohnt

 

 

36 Tore reichen SG nicht

Melsungen. Was für ein Spiel: Obwohl die Drittliga.Handballerinnen der SG 09 Kirchhof gegen den HSV Solingen-Gräfrath mit 36:38 (20:19) den Kürzeren zogen, bereute sicher keiner der 250 Zuschauer sein Kommen. Denn sie sahen eine Partie voller Rasse, Klasse und Spannung und zwei kompromisslos auf Angriff spielende Teams, die sich nichts schenkten. Einziger Wermutstropfen aus SG-Sicht: Die Abstiegsschlinge zieht sich nach der neuerlichen Niederlage immer enger um den Hals der SG.

„Es ist vollkommen unverständlich, dass Kirchhof so weit unten steht“, wunderten sich die Gäste-Trainerinnen Michaela Buchheim und Silke Gnad unisono - noch sichtlich geschafft vom Spiel, aber überglücklich. Ein Kompliment, mit dem SG-Coach Mike Fuhrig nichts anzufangen wusste.

Sein Team hatte die Partie mit wechselnden Führungen zu Beginn nach Carina Kühlborns 9:8 (16.) im Griff. Ganz stark neben der Rechtsaußen: Melina Horn mit zwei frühen Toren und Linksaußen Anne Hildebrandt. Einzig Gräfraths Top-Torjägerin Lisa Nettersheim gab den Grün-Weißen Rätsel auf. Die Linkshänderin traf praktisch mit jedem Wurf und hatte zur Pause schon zehn Tore auf dem Konto.

„Eine Spielerin wie sie macht den Unterschied. Man hat kaum Fehler von ihr gesehen“, sagte Fuhrig anerkennend. Und stellte zur zweiten Halbzeit um: Maria Pirvan kümmerte sich vorgezogen um Gräfraths Halbrechte. „Mit Erfolg, Maria hatte sie gut unter Kontrolle“, meinte Kirchhofs erfolgreichste Schützin Celia Steyer. Denn nur drei Feldtore von Nettersheim kamen noch hinzu.

 

                                                  
                               
                                                Artikel vom 10.04.2011
                                                von Michael Koch


Doch dafür wirbelte Leonie Huckenbeck die ohnehin nicht sattelfeste Kirchhöfer Deckung mächtig durcheinander. Was die offensiv gute Melina Horn ihren Platz kostete und Johanna Fischer in den Rückraum brachte. „Ich musste wechseln, weil über diese Position zu viele Gegentore fielen“, erklärte Fuhrig seine Umstellung. Die aber ohne Erfolg blieb, weil vorn zu viele Fehler produziert wurden. Was die Gäste zu Tempogegenstößen förmlich einlud. Bei 27:31 nach 48 Minuten gab es die nötige Auszeit der SG und die Einwechslung von Christin Kühlborn. Die 17-Jährige traf gleich dreimal und ermöglichte Anne Hildebrandt in der 35. Minute sogar das 33:32. Ein Tor ohne Langzeitwirkung, denn Gräfrath konnte noch mal kontern. Vilte Duknauskaite traf beim Stand von 36:37 20 Sekunden vor dem Ende nur den Innenpfosten. Und Steffi Bergmann machte mit dem Schlusspfiff für die Gäste alles klar. • SG: Oross, Wehr - L. Hildebrandt 3, A. Hildebrandt 7, Ca. Kühlborn 3, Pirvan 1, Horn 6, Duknauskaite 4/1, Ch. Kühlborn 3, Steyer 8/2, Fischer 1.

Von Michael Koch

 

(15.04.2011)

<<zurück