SG 09 Kirchhof  - ETuS Wedau

3. Liga: Kirchhof geht nach indiskutabler Leistung gegen Tabellenvorletzten unter

 

 

Fuhrig:
Angsthasen-Handball

Melsungen. Kurios, aber wahr und am Ende sogar verständlich: Da werden in einer Handball-Partie der 3. Liga einer Mannschaft irrtümlich zwei Tore geschenkt und der Gegner nimmt nach dem Abpfiff keinerlei Anstoß an dieser Benachteiligung. Wohl weil die Kräfteverhältnisse bei Kirchhofs 32:37 (16:21)-Heimniederlage gegen ETuS Wedau allzu deutlich waren und ein folgenloser Protest nur von der eigenen indiskutablen Leistung abgelenkt hätte.

„Der Sieg geht völlig in Ordnung“, erklärte denn auch SG-Trainer Mike Fuhrig. Dabei hatten seine Schützlinge einem konterstarken Gast mit ihrem „Angsthasen-Handball“ in die Karten gespielt, der einer möglichen Entwarnung im Abstiegskampf im Wege stand. „Stattdessen haben wir unser eigenes Grab noch größer geschaufelt“, wie Rückraumspielerin Celia Steyer drastisch, aber treffend feststellte.

Etwas Hoffnung auf ein Ende der eigenen Misserfolgsserie kam eigentlich nur zwischen der 5. und 11. Minute auf. Da hatten die Gastgeberinnen aus einem 0:3-Rückstand einen 8:6-Vorsprung gemacht. Für kurze Zeit schien sich die Kirchhofer Abwehr mit der vorgezogenen Johanna Fischer und der offensiven Deckung gegen Torjägerin Ina Pusch zu stabilisieren, während die eigenen Angriffe endlich besser ausgespielt und die Chancen, vornehmlich aus dem Rückraum, konsequenter genutzt wurden.

 

                                                  
                               
                                                Artikel vom 27.02.2011
                                                von Ralf Ohm
 

 

Nur ein Strohfeuer. Der Vorsprung war nach Fischers Zeitstrafe aufgebraucht (9:9) und bis zum 9:14 durch Regina Gensch (23.) - darunter der erste Phantom-Treffer für die Duisburgerinnen - gelang den Fuhrig-Schützlingen kein Tor mehr. Entweder scheiterten sie an ihren eigenen Nerven oder an Torfrau Sabrina Windeit, mittlerweile vortrefflich warm geworfen.

Die Westdeutschen ließen sich nicht lange bitten, liefen einen Tempogegenstoß nach dem anderen oder ließen den konsternierten Gegner per schneller Mitte „alt“ aussehen. Gegenwehr leistete nur die eingewechselte Lena Dietrich. Von zwei Fehlversuchen ließ sich die 16-Jährige nicht entmutigen und verkürzte mit drei Treffern auf 15:18 (28.). Für den SG-Coach „ein hervorragendes Beispiel dafür, was es bedeutet, statt mit Angst locker und euphorisch aufzuspielen.“

Ein Signal, das bei ihren erfahrenen Nebenleuten nicht ankam. Mit 16:21 (statt 16:20 aufgrund des zweiten Phantomtreffers) gingen Pirvan, Duknauskaite und Co in die Pause und beim 16:25 nach 34 Minuten war die Partie bereits gelaufen. Bezeichnend, dass die Gastgeberinnen danach auch ihre zwei Überzahlsituationen nicht nutzen konnten. Stattdessen ließ der Tabellenvorletzte nicht locker, so dass die beiden kampflos erzielten Treffer am Ende wirklich nicht ins Gewicht fielen. •Kirchhof: Wehr, Oross; L. Hildebrandt 1, Pregler 2, A. Hildebrandt, Kühlborn 2, Pirvan, Horn 1, Duknauskaite 8/3, Dietrich 7/1, Steyer 8, Fischer 3.
 

(04.03.2011)

<<zurück