SG 09 Kirchhof - SV Germania Fritzlar
Torfrauen mit starken Leistungen im Drittliga-Schlager


 

Oross gegen Lerch: 17:16

Melsungen. Das Derby in der 3. Liga Ost der Frauen war wie erwartet mehr als nur ein Spiel. Eine Partie mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten. Voller Leidenschaft geführt und mit zwei Torfrauen, die 60 Minuten lang hielten, was zu halten war, und damit das Handball-Publikum in Melsungen beim 29:27 (10:14) der SG 09 Kirchhof gegen den SV Germania Fritzlar elektrisierten.  

Kein Wunder, dass SG-Coach Mike Fuhrig ehrlich einräumte: „Wir hatten in der ersten Halbzeit Angst vor Lerch“. Denn die 29-Jährige bot bis zur Pause neun teilweise überragende Paraden. Die erste davon beim ersten Wurf, als Jana Pollmer per Siebenmeter keinen Weg vorbei an der früheren Kirchhöferin fand. Wenn doch mal ein Knaller von Vilte Duknauskaite kam, hatte die reaktivierte Fritzlarerin ihre Hände im Spiel. Nur gegen die Würfe von Viktoria Marquardt war kein Kraut gewachsen. „Danja kennt meine Lieblingsecke. Also habe ich dort natürlich nicht hingeworfen“, freute sich die SG-Kapitänin diebisch.

 50 Minuten hielt die SVG-Deckung weitgehend dicht, doch beim Stand von 23:22 für die Germania verletzte sich Anne Breitschuh am Fuß. „Danach kamen wir einen Schritt zu spät, um die Gegenspielerinnen den entscheidenden Meter vom Tor wegzudrücken. Kirchhof war einfach heiß und wir haben nicht mehr funktioniert“, räumte der Rückhalt ein, der auf seine Partnerin verzichten musste. Denn Malgorzata Rodziewicz fehlte wegen einer Fortbildung, dafür saß Sandra Römer aus der Reserve auf der Bank.            

                                                  
                               
                                               Artikel vom 25.11.2011
                                               von Sebastian Schmidt

Die Bank auf der Gegenseite hieß Nilla Oross. Das sah auch ihre Gegenüber so, kritisierte aber, „dass wir Nilla warm geworfen haben“ (Lerch). Das war der 24-Jährigen nur recht. Und auch sie brauchte keine Anlaufzeit, um zu parieren. Bei einem Tempogegenstoß, den Lerch direkt eingeleitet hatte, hielt sie zunächst gegen Anna Misczyj und konnte auch nach dem Nachwurf von Nadine Frank die Fäuste in die Luft recken. „Das hat mir Selbstbewusstsein gegeben“. Als Beleg: Fünf Bälle wehrte sie bereits in den ersten acht Minuten ab. Regelmäßig zu überwinden war sie lediglich im ersten Durchgang durch die Kracher von Katrin Schmalz, per Strafwurf von Carina Heidenreich und Sabine Kirmse am Kreis.

Ansonsten gab sie dem jungen Team der SG 09 stets den Rückhalt und parierte die häufig zu flach geworfenen Bälle der Fritzlarerinnen in Serie per Fuß. „Wir sind als Team reifer geworden und haben einen kühlen Kopf bewahrt“, lobte die gebürtige Ungarin ihre Vorderleute und konnte sich neben dem Derbysieg darüber freuen, dass sie nach Paraden mit 17:16 gegenüber Lerch die Nase vorn hatte.

Von Sebastian Schmidt



Nilla Oross


 


(25.11.2011)

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