SG 09 Kirchhof - SV Germania Fritzlar
Drittliga-Derby: Kirchhofs Handballerinnen drehen Spiel und stoppen mit 29:27 den Spitzenreiter Fritzlar


 

SG 09: Geglaubt, gekämpft, gesiegt

Melsungen. Als das Spiel längst beendet, einige Zuschauer schon auf dem Heimweg waren, wurde es noch einmal richtig laut in der Melsunger Stadtsporthalle. „So sehn Sieger aus“, riefen die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof im Chor. Freudetrunken, nachdem sie im Derby einen 29:27 (10:14)-Erfolg gegen den Spitzenreiter SV Germania Fritzlar erzielt hatten.  

Und nicht nur das: Die Fuhrig-Schützlinge bauten ihre eigene Serie aus, gewannen zum fünften Mal in Folge - und beendeten die des Nachbarn. Der hatte zuvor sechs Siege gelandet. Und dessen siebter war zum Greifen nahe. „Wir haben in der zweiten Halbzeit den Faden verloren“, bedauerte SVG-Kreisläuferin Sabine Kirmse nach der Rückkehr an die frühere Wirkungsstätte enttäuscht, „diese Niederlage hätte nicht sein müssen“. Klar, noch drei Minuten vor Ende hatte Fritzlar geführt.

In einer Begegnung, die vom Anwurf weg so packend war, wie es die 600 Zuschauer wohl auch erwartet hatten. Wozu zum einen die glänzend disponierten Torhüterinnen Nilla Oross (SG) und Danja Lerch beigetragen hatten (siehe Bericht auf dieser Seite). Zum anderen deren Vorderleute, die weitgehend darauf bedacht waren, ihre Stärken auszuspielen. Hier Kirchhof, das kämpferisch eine einwandfreie Leistung bot. Toll etwa, wie Lena Hildebrandt und Vilte Duknauskaite den Wurf von Anne Breitschuh abblockten (15.).

Da Fritzlar, das sich besonders im ersten Durchgang unaufgeregt gegen die 3:2:1-Deckung des Kontrahenten seine Chancen erarbeitete. Hervorzuheben: Katrin Schmalz, die ihre sechs Tore allesamt bis zum Seitenwechsel markierte.                                                   
Christin Kühlborn
Foto Hahn

                                                  
                               
                                                Artikel vom 25.11.2011
                                                von Björn Mahr
 


So hatte die Germania die Partie über 7:5 (17.) und 9:6 (22.) gut im Griff. Und konnte sich in der Phase kurz vor dem Halbzeitpfiff etwas absetzen, nachdem Jana Pollmer und Carina Kühlborn auf der Gegenseite zweimal die Möglichkeit zum 10:10 vergeben hatten.

„Wir haben aber immer an uns geglaubt“, erklärte SG-Regisseurin Pollmer. Kein Wunder also, dass Christin Kühlborn und die zusehends stärker werdende Viktoria Marquardt auf 12:14 verkürzten. In der 41. Minute lag Kirchhof vorn (17:16). Die Folge davon, dass Pollmer nun vorgezogen die Kreise von Schmalz störte. „Wir haben Druck aufgebaut und mit Erfolg die Bälle an den Kreis gebracht“, stellte Fuhrig erfreut fest.

Sein Team geriet zwar durch Gegentreffer von Carina Heidenreich (2) und Tabea Schwalenstöcker noch einmal mit 17:19 in Rückstand, ließ sich aber nicht abhängen. Es bestrafte konsequent die Schwächen der Gäste, bei denen nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Breitschuh die Stabilität verloren ging. „Wir haben zu schlecht abgeschlossen“, befand Susanne Bachmann.

Nachdem Kirmse noch einmal den SVG mit 27:26 in Führung gebracht hatte, traf nur noch Kirchhof. Auch dadurch bedingt, dass die Domstädterinnen für zwei Minuten zwei Spielerinnen weniger (Heidenreich, Anna Miszczyj) auf dem Feld hatten. Nach Marquardts 29:27 (60.) gab es kein Halten mehr. Der Auftakt zu einer rauschenden Party, in deren Verlauf es noch lauter wurde.

Von Björn Mahr


 


(25.11.2011)

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