SG 09 Kirchhof - HSG Stemmer/Friedewalde (29:25)
3. Handball-Liga Frauen: Kirchhof schlägt den Spitzenreiter - Torfrau Bärthel und Abwehr überzeugen


 

20 Minuten zum Zungeschnalzen

Melsungen. Torfrau Julie Bärthel war - wie sie später erklärte - überrascht. Überrascht darüber, dass Trainer Mike Fuhrig ihr den Vorzug vor der wiedergenesenen Nilla Oross gab. „Julie hat mich beim Sieg zuletzt in Magdeburg und auch im Training überzeugt“, begründete der Coach des Handball-Drittligisten SG 09 Kirchhof seine Entscheidung, die 18-Jährige im Topspiel daheim gegen Spitzenreiter HSG Stemmer/Friedewalde von Beginn an zu bringen. Am Ende avancierte Bärthel beim 29:25 (17:11) in der Melsunger Stadtsporthalle zur Sieggarantin.

„Ich wollte etwas zurückzahlen aufgrund des Vertrauens, das Mike in mich gesetzt hat“, betonte das Nachwuchstalent. Zudem war sie besonders angespornt, weil ihre Mutter - immer bei ihren Auftritten in der Halle - am Spieltag Geburtstag hatte. Für Bärthel standen unterm Strich 15 Paraden zu Buche. Wobei sie sich noch prima mit Oross ergänzte, die zwei Siebenmeter entschärfte, und sich in vielen Situationen auf ihre Vorderleute verlassen konnte.

„Wir haben eine Top-Abwehr gestellt“, lobte Fuhrig seine Mannschaft, die genauso dominant auftrat, wie er es im Vorfeld angekündigt hatte. Nach Treffern von Christin Kühlborn, Jana Pollmer (2) und Christin Schene sowie einer Glanztat von Bärthel führte Kirchhof schnell mit 4:0 (5.). Die ersten 20 Minuten waren wohl das beste, was die SG bislang überhaupt in dieser Runde zeigte. Zwei Tore in Folge von Kapitänin Viktoria Marquardt brachten der SG eine 15:7-Führung ein (21.).

Der hocheingeschätzte Gast mit seinem Trainer Rainer Niemeyer blieb lange Zeit vieles schuldig. Kein Wunder also, dass die junge Kirchhöferin Christin Kühlborn in der 41. Minute einen HSG-Fehler bestrafen, einen Ball stiebitzen und ins verwaiste Tor werfen konnte. Das war das 23:14. Die Vorentscheidung?

 

                                                  
                               
                                               Artikel vom 22.01.2012
                                               von Björn Mahr



Niemeyer ging danach volles Risiko und ordnete eine kurze Deckung gegen Pollmer und Vilte Duknauskaite an. Fortan hatte die Heimsieben einige Probleme in der Offensive. So blieben die Nordhessinnen zwischen der 45. und 55. Minute ohne eigenen Torerfolg. Dagegen holte der Gast um die sich steigernde Susann Grüning (6/2) Tor um Tor auf und verkürzte auf 23:25. Sogar der Gleichstand war möglich. Allerdings parierte Bärthel in dieser Phase glänzend gegen Jana Schuck (47.) und Mareike Schlichting (55.). So durften die Gastgeberinnen bereits kurz vor Schluss feiern, nachdem Pollmer zunächst zum 26:23 getroffen und dann Christin Kühlborn das 27:25 markiert hatte. • SG 09: Bärthel, Oross (bei drei 7m) - L. Hildebrandt, Pregler, Pollmer 14/5, Ca. Kühlborn, Chr. Kühlborn 7. Duknauskaite 2, Schene 3, Hieronymus, Marquardt 3.

Von Björn Mahr



Julie Bärthel


(25.01.2012)

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