Nur Pollmer wehrte sich
Melsungen. Auswärts siegen leicht gemacht - unter
diesen Motto nahm selbst ein ersatzgeschwächter
Tabellenführer bei der SG 09 Kirchhof problemlos beide
Punkte mit. „Die haben unsere Fehler gnadenlos
bestraft und hatten auf alles eine Antwort“, erklärte
eine frustrierte Jana Pollmer die 28:34 (11:18)-Abfuhr
durch die Bundesliga-Reserve des Thüringer HC, die den
heimischen Handball-Drittligisten vor dessen Publikum
phasenweise vorführte.
Dass sich die Abfuhr
noch in Grenzen hielt, dafür hatte die
SG-Rückraumspielerin mit ihren 17/4-Treffern gesorgt -
als einzige, die sich so richtig gegen die spielerisch
und besonders taktisch überlegenen Thüringerinnen
wehrte. Indes aber auch erst vollends aufgetaut war,
als die Partie längst gelaufen war. Beim 14:22 (39.)
nämlich - ein vorentscheidender Rückstand, der bei den
Gastgeberinnen auf einmal die Bremsen etwas löste. Im
Angriff zeigten sie mehr Zug zum Tor und die Abwehr
ging agressiver zu Werke. Allerdings: So richtig
beeindrucken konnte die SG die Gäste damit nicht. Und
als beim 19:24 (47.) wirklich eine Aufholjagd drohte,
sorgten die überragende Kim Merle Köster (10) und
Nachwuchstalent Elisa Pryojmysz innerhalb von nur 60
Sekunden erneut für klare Verhältnisse, die in der
einseitigen Schlussphase nur Jana Pollmer nicht so
recht akzeptieren wollte.
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Artikel vom 09.10.2011
von Ralf Ohm
Auf die Verliererstraße waren die Kirchhoferinnen jedoch schon
in den ersten 22 Minuten (7:15) geraten. Zerbröselt an der
offensiven THC-Deckung, leistete sich der Positionsangriff einen
technischen Fehler nach dem anderen und lud den leichtfüßigen
Spitzenreiter zum Tempogegenstoß ein. Der ließ sich nicht lange
bitten und zog nach einer Viertelstunde auf 4:10 davon.
„Jeder hat nur für sich
gespielt“, beschrieb SG-Trainer Mike Fuhrig das „Chaos“ in
seiner Offensive. Unverständlich, dass für die von der
Thüringer Abwehr frühzeitig gestellten Jana Pollmer und Vilte
Duknauskaite keiner in die Bresche springen konnte.
Unerklärlich, dass mit dem Ball stets auch die Verantwortung
abgegeben wurde. So erwiesen sich die drei Überzahltreffer in
Folge zum 10:15 (27.) allenfalls als Strohfeuer.
Wie auch die zweite, allzu schnell
abgebrochene Aufholjagd nach der Pause, was einen eher ratlosen
Kirchhofer Coach zurückließ. „Ich weiß auch nicht, was da in die
Mädels gefahren ist“, begab er sich auf Ursachenforschung. Wie Jana
Pollmer, die sich „wesentlich mehr“ erhofft hatte, „weil wir doch zu
Hause eigentlich eine Macht sind.“ Eigentlich.
SG 09 Kirchhof: Oross, Bärthel - L.
Hildebrandt, Pregler, A. Hildebrandt, Pollmer 17/4, Kühlborn 3,
Duknauskaite 2, Schene, Hieronymus 2, Marquardt 4. SR: Große/Kreutz
(Nordhs.).
Von Ralf Ohm |