Erst nervös, dann erleichtert
Melsungen. War es die
für ein Auftaktspiel so typische kollektive Aufregung?
Oder war es der Druck, nachdem sie in der Vorbereitung
schon einmal gegen den HSC 2000 Magdeburg klar
gewonnen haben? Für Lena Hildebrandt, die
Kreisläuferin des Frauenhandball-Drittligisten SG 09
Kirchhof, war die Sache klar: „Das war das erste
Heimspiel. Da wollten wir natürlich den Fans etwas
zeigen.“ Aufgrund der eigenen hohen Erwartungshaltung
taten sie und ihre Kolleginnen sich schwerer als
erwartet und waren am Ende „einfach nur sehr, sehr
erleichtert“ (Hildebrandt) nach dem 27:24
(15:15)-Heimerfolg zum Rundenstart gegen die stark
verjüngte Mannschaft des Zweitliga-Absteigers aus
Magdeburg.
Doch obwohl es fast bis
zur letzten Minute eng war, kam nie der Eindruck auf,
Kirchhof könnte als Verlierer aus diesem Spiel gehen.
Hier das SG-Team, das klare körperliche Vorteile
besaß. Dort die Mannschaft aus Sachen-Anhalt, bei der
praktisch nur zwei Akteurinnen Torgefahr ausstrahlten:
Karleen Hartmann (insgesamt 11/2-Tore) und Swantje
Heimburg (5).
Umso erstaunlicher, dass
die Heimsieben vor 300 Zuschauern in der Melsunger
Stadtsporthalle mehr als 20 Minuten einem Rückstand
hinterherlief. Teilweise lagen die Nordhessinnen sogar
mit drei Treffern hinten (5:8, 16.). „Ich bin sehr
stolz auf den Auftritt meines jungen Teams“, sagte
Bandits-Coach Jens Aebi später. Wenn nicht SG-Torfrau
Nilla Oross noch einige freie Bälle pariert hätte,
wäre die Differenz womöglich größer gewesen. An die
Würfe der Magdeburger Halben kam Oross allerdings
nicht heran.
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Artikel vom 11.09.2011
von Björn Mahr
Trotz der Treffsicherheit von Hartmann und Heimburg setzte Kirchhofs
Coach Mike Fuhrig weiter auf eine 3:2:1-Defensivformation. Was er
später so begründete: „Die Deckung hat zuletzt gut gestanden. Eine
Umstellung hätte die Abwehr nur noch mehr verunsichert.“
Zudem
sah er die Wurzel allen Übels in den vielen technischen
Fehlern, die sich seine Schützlinge bei Ballbesitz leisteten.
Vor allem im Gegenstoßspiel hapert es.
Immerhin: Nachdem Carina Kühlborn ihre Farben erstmals in
Front gebracht hatte (11:10, 22.), gab die SG 09 die Führung
nicht mehr ab. Unter anderem ein Verdienst von Kapitänin Vicky
Marquardt, die mehr und mehr für die offenkundig übernervöse
Jana Pollmer die Regie auf dem Parkett übernahm. Da auch die
junge Torhüterin Julie Bärthel nach ihrer Hereinnahme einige
Akzente setzte und Neuzugang Christin Schene zusehends besser
abschloss, war in der 59. Minute der erfolgreiche
Serienauftakt perfekt.
Kirchhof: Oross, Bärthel (ab 46.) - L. Hildebrandt 2, A.
Hildebrandt 1, Pollmer 5/1, Ca. Kühlborn 2, Chr. Kühlborn 2,
Duknauskaite 6, Schene 5/1, Hieronymus, Marquardt 4.
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