Pollmer-Gala gegen Leipzig II
Melsungen. Manche Siege
bedürfen etwas mehr Anlaufzeit. So geschehen am
Samstagabend, als die Handballerinnen der SG 09
Kirchhof viele gute Möglichkeiten gegen das Juniorteam
des Deutschen Meisters HC Leipzig ausließen, ehe ein
klarer 30:19 (14:9)-Sieg perfekt war.
Die Kirchhöferinnen
lagen nach sieben Minuten mit 3:4 zurück. Allein drei
Gegentreffer davon gingen auf das Konto von Leipzigs
Bester, Michelle Schombel. Nur 150 Sekunden später
hatten Vilte Duknauskaite, Christin Schene und Jana
Pollmer für die SG den Rückstand in eine knappen
Vorsprung umgewandelt. Danach versäumten es die
drückend überlegenen Gastgeberinnen, die Partie
frühzeitig zu entscheiden. Der Vorsprung wuchs
trotzdem nach 20 Minuten von 10:8 kontinuierlich an
und mündete in eine komfortable Pausenführung.
Die aber nicht annähernd
das Übergewicht ausdrückte, das vor allem der
Spiellaune von Jana Pollmer zu verdanken war. „Jana
hinten, vorn, rechts, links – Jana überall“, sagte
SG-Trainer Mike Fuhrig über seine junge Strategin:
„Sie ist der Kopf in unserem Spiel“. Die Hochgelobte
gab sich selbst bescheiden: „Das war eine geschlossene
Mannschaftsleistung.“
Mit einer Jana Pollmer
in Gala-Form, die nicht nur vorgezogen in der stabilen
5:1-Deckung abräumte, sondern auch elf Treffer aus
nahezu allen Feldpositionen (sogar einmal von
Rechtsaußen) markierte. Dazu kamen noch ein halbes
Dutzend teils überragende Anspiele, vornehmlich auf
Victoria Marquardt und Lena Hildebrandt am Kreis. „Ich
bin nicht mehr die Einzelspielerin aus
Oberliga-Zeiten“, betonte Pollmer selbstbewusst. Und
füllte gegen die Sächsinnen die Rolle als
Spielmacherin mit Leben. |

Artikel vom 25.09.2011
von Michael Koch
Etwa als es nach 47 Minuten und
Schombels siebtem von acht Treffern plötzlich „nur“ noch 20:16
für die Nordhessinnen stand. Ein kluger Pollmer-Pass auf links
zu Anne Hildebrandt, die einen Siebenmeter herausholte, je
einer auf deren Schwester Lena und Vicky Marquardt – die
Vorentscheidung im Spiel war gefallen (50., 24:16).
Am Ende führte eine „tolle
Abwehrleistung“ (Fuhrig) zu einem in der Höhe absolut verdienten Sieg.
„Wir haben zu viel Respekt gezeigt und konnten Kirchhofs
Positionsangriff nie halten“, erkannte Leipzigs Trainerin Dr. Marion
Mendel die Überlegenheit der Kirchhöferinnen neidlos an. Die nun
versuchen wollen, den Schwung mit ins Auswärtsspiel am nächsten
Wochenende bei der SG Knetterheide/Schötmar zu nehmen und die nächsten
zwei Punkte einzufahren. • SG 09: Oross, Bärthel - L. Hildebrandt 3,
Pregler 1/1, A. Hildebrandt, Pollmer 11/2, Ch. Kühlborn 3,
Duknauskaite 5/2, Schene 3, Hieronymus 1, Marquardt 3. |