Kirchhof.
Schweigen war angesagt. Ein paar Tränen wurden weggewischt. Ein kurzer
Dank an die eigenen Fans - und dann ab in die Umkleidekabine. Weg, einfach
nur weg. Sie wollten zu viel, es gelang ihnen viel zu wenig. Für die
Handballerinnen der SG 09 Kirchhof war die 25:35-Blamage in Fritzlar der
bitterste Moment dieser Saison. „Wir haben uns vor dem Derby zu sehr unter
Druck gesetzt und dann als komplette Mannschaft versagt“, analysierte
Melina Horn. Für das Eigengewächs hätte ihr erstes Derby mit der SG 09
kaum schlimmer verlaufen können.
„Wir hatten zu viel Respekt vor Gosia und haben zu schnelle Würfe
genommen“, gab Horn zu. Sie selbst (13.), zu vor Sabrina Weiß gleich
viermal, ehe die 19-Jährige nach 15 Minuten für Anne Hildebrandt weichen
musste, und auch Vilte Duknauskaite (8.) - nichts ging. Vom
Selbstvertrauen nach der jüngsten Erfolgsserie mit 16:2-Punkten war nichts
zu sehen. Selbst die erfahrene Celia Steyer verteilte im ersten Durchgang
mehr die Bälle als selbst den Abschluss zu suchen. Lediglich ihre
Siebenmeter verwandelte sie alle sicher.
Und besser wurde es erst, als die Partie schon fast gelaufen war. 12:22
lag Kirchhof nach 39 Minuten zurück.
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Von Sebastian
Schmidt
Dann riss Steyer
das Zepter an sich, traf fünf Mal, darunter sogar ein Hattrick zum
23:20 (47.). Zudem bereitete sie zwei Treffer von Anne Hildebrandt
vor, die als einzige „Außen“ für ihr Team traf. Mindestens so
vermisste wie Tore über Außen wurde ihre Schwester Lena. „Lena hat
uns gefehlt. Mit ihrer Kaltschnäuzigkeit hätte sie uns
weitergeholfen“, meinte Fuhrig.
Doch diese ging dem jungen SG-Team ab. Die Aufholjagd kam zu spät.
„Die Mädels sind keine Maschinen. Jetzt müssen sie Stärke beweisen,
denn Niederlagen sind gut für große Ziele“, sagte der SG-Coach,
während seine Spielerinnen parallel die Tränen trockneten.

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