|
Oross: Der Torfrau neue Kleider
Melsungen. Die Aufgabe von Nilla Oross bei der SG 09 Kirchhof ist es zu
parieren. Das gelang der 23-Jährigen beim 33:25 (15:11) gegen den 1. FC Köln
tadellos. 25 Paraden zeigte die Torfrau, hielt drei Siebenmeter und stimmte
nach der Partie der 3. Handball-Liga West ihren Mitspielerinnen zu. Die hatten
nämlich Oross’ neues Beinkleid für die starke Leistung verantwortlich gemacht.
"Ja, es
war die Hose“, witzelte die gebürtige Ungarin. Um zu ergänzen:
„Ohne eine gute Abwehr kann ich auch nichts machen“. Und die
Defensive wusste im Verbund zu überzeugen. An der 6:0-Deckung
bissen sich die Kölnerinnen die Zähne aus. Auch, weil die
Gastgeberinnen wirkungsvoll wechseln konnten. Lena Hildebrandt
überzeugte im zweiten Durchgang auf der Position von Johanna
Fischer auf Halbrechts, Maria Pirvan bewies ihre Vielseitigkeit
und unterstrich zudem mit einer netten Geste den Zusammenhalt
des Teams. Denn nach 17 Minuten durfte sich Sabrina Weiß nach
zwei Spielen interner Sperre beweisen. Bevor die 19-Jährige
ihren Posten auf Rechtaußen übernahm und Anne Hildebrandt nach
links rückte, gab Pirvan Weiß einen Klopfer auf die Schulter.
Bis
dahin war es ein Kräftemessen auf Augenhöhe. „Beide Mannschaften
sind ein hohes Tempo gegangen“, sagte SG-Coach Mike Fuhrig. Über
2:2 (3.), 4:4 (8.) und 7:6 (15.) blieb der Spielstand trotz vier
Treffern von Celia Steyer stets eng. Erst nach einem Gewaltwurf
von Vilte Duknauskaite, einem Treffer von Fischer auf Zuspiel
von Pirvan am Kreis und einem Tor von Anne Hildebrandt zum 11:8
(23.) konnte sich die Fuhrig-Sieben absetzen. Dass das zur Pause
Bestand hatte, lag daran, dass Oross einen Siebenmeter samt
Nachwurf von Anne Hermens parierte (29.), Fischer den direkten
Gegenzug zum 14:11 abschloss und Pirvan noch einen draufsetzte.
|

Artikel vom
14.11.2010
von Sebastian Schmidt
Noch
komfortabler wurde die Führung vier Minuten nach dem Wechsel
(18:13, Pirvan). Eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Duknauskaite
brachte Köln zurück ins Spiel (18:17, 37.). „Es wäre
interessant gewesen, wenn wir noch ein, zwei Mal in Überzahl
gespielt hätten“, meinte FC-Trainerin Geertje Oldermann. Dazu
kam es nicht, weil Kirchhof sich schnell auf die 4:2-Deckung
der Gäste eingestellt hatte. Vilte Duknauskaite stand
sinnbildlich für die Moral des Teams. Erst verwarf sie
leichtfertig (41.), um anschließend mit drei Treffern zum
24:19 die Weichen auf Sieg zu stellen (45.). Der Rest war
Formsache. Über 28:20 (52.) brachte Kirchhof den Kölnerinnen
die höchste Saisonniederlage bei. Nach sieben Partien ohne
Niederlage (12:2 Punkte) reist das SG-Team mit breiter Brust
am 28. November zum Hit in Solingen.
SG: Oross – L. Hildebrandt 2, A. Hildebrandt 3, Weiß, Ca.
Kühlborn, Pirvan 4, Horn 4, Duknauskaite 8, Steyer 8/3,
Fischer 4.
|