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Melsungen. Der Plan stand: Ein
souveräner Heimsieg gegen den TB Wülfrath sollte in der 3. Liga West
für die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof den Auftakt zum ersten
Oktoberfest in der Melsunger Stadtsporthalle bilden. Doch bevor
Trainer Mike Fuhrig in Lederhosen das Bierfass anstechen konnte,
schickte der Tabellendritte seine Zuschauer durch ein Wechselbad der
Gefühle. Mit einem guten Ausgang, weil Vilte Duknauskaite 26 Sekunden
vor der Schlusssirene den 32:30 (17:15)-Endstand herstellen konnte.
„Hauptsache, wir haben gewonnen und können einen goldenen
Oktober feiern“, sagte Carina Hohmann, die ihren ersten
Saisoneinsatz flog. Nicht zum ersten Mal hatte die SG-Sieben
hingegen in der Schlussphase Probleme. „Uns fehlt noch die
Kaltschnäuzigkeit. In den letzten Minuten hatten wir
regelrecht Angst“, haderte Fuhrig trotz des dritten
Heimerfolgs in Serie. Dabei schien eine Maßnahme des Trainers
Mitte dem Spiel die entscheidende Wende gegeben zu haben.
Fuhrig stellte auf eine offensive Deckung mit der vorgezogenen
Maria Pirvan um. Die 28-Jährige übernahm Verantwortung und
stabilisierte mit Lena Hildebrandt den Rückraum.
Bis
zum 19:23 (42.) offenbarte die Abwehr Schwächen, ehe Pirvan
und Hildebrandt (2) binnen zwei Minuten drei Tore über die
Mitte warfen und ihrem Team den Impuls zur Aufholjagd gaben.
Abschütteln ließen sich die Gäste aber nicht. „Ich bin
überrascht, dass wir 60 Minuten Kirchhofs Tempo gehen konnte.
Schade nur, dass wir am Ende zu schnell aus der Distanz
abgeschlossen haben“, analysierte TB-Coach Ulf Peters. Oder
anders gesagt: Gut für die Gastgeberinnen, dass Nilla Oross
mit neun Paraden in neun Minuten die Fehler ihrer Vorderleute
ausbügelte.
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Damit
stellte die Torfrau ihre Gegenüber Samantha Sklorz in den Schatten.
Was nicht so leicht war, weil die Wülfratherin in 38 Minuten ein
Dutzend Schüsse entschärfte. Allerdings traf Kirchhof im ersten
Durchgang auch siebenmal den Pfosten: dreimal Anne Hildebrandt,
dreimal Melina Horn und einmal Vilte Duknauskaite waren im Pech.
Deswegen verwunderte es, dass die SG über 7:6 (14.), 13:9 (22.) und
15:11 (25.) im ersten Durchgang fast immer führte und nie einem
Rückstand hinterherlief. Das trat nach dem Wechsel ein, weil der
Neuling mit der kurzen Deckung von Xenia Trippel gegen Duknauskaite
einen cleveren Schachzug wählte, Rückraumass Leonie Berger (10/5) nach
Belieben traf und Sklorz stark hielt. Die Folge: neun Minuten ohne
Treffer der Gastgeberinnen und 21:17 für den TB (39.). Doch am Ende
feierte die SG: einen Sieg und dass ihr Plan aufgegangen war. • SG 09:
Wehr, Oross (ab 39.) – L. Hildebrandt 2, J. Pregler, A. Hildebrandt 3,
Ca. Kühlborn 5, Pirvan 1, Horn 4, Duknauskaite 9/1, Ch. Kühlborn,
Hohmann, Steyer 4/4, Fischer 4.
Von Sebastian
Schmidt
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