SG 09 Kirchhof - HSG Kleenheim

 




 

Celia Steyer dreht mächtig auf

Melsungen. Ein furios heraus gespielter 34:28 (15:15)-Erfolg im Verfolgerduell der 3. Handball-Liga West macht‘s möglich: Die SG 09 Kirchhof ist in die Rolle des Jägers der Spitzenteams gerückt. „Ja“, sagt die starke SG-Torjägerin Steyer nach kurzem Zögern, „die Konkurrenz darf sich nun durchaus gejagt fühlen.“       

Wie sich das anfühlt, davon kann die SG Kleenheim ein Lied singen. Bis zum 15:10 (26.) liefen die ambitionierten Grzelachowski-Schützlinge der Musik und dem Gegner hinterher. Besonders Celia Steyer, die aufdrehte wie noch nie in dieser Saison. Ob als Anspielerin auf die agile Kreisläuferin Johanna Fischer, die in der Anfangsphase einen Siebenmeter nach dem anderen herausholte (die wiederum die Regisseurin einen nach dem anderen verwandelte). Oder als Vorhut der unwiderstehlichen ersten und zweiten Welle. Oder als gnadenlose Kämpferin, die keinen Ball verloren gab. Wie in der 14. Minute, als die 29-Jährige im Liegen gegen zwei Gegenspielerinnen das Leder zurück eroberte und einen Zuckerpass auf Linksaußen Anne Hildebrandt spielte, die sich mit dem Treffer zum 10:5 bedankte.

Tempohandball fast in Vollendung. „Das ist unser Spiel“, erklärt die Ex-Reichensächserin. Mit ihr als Kopf, als Motor, als Vollenderin. Sehr zur Freude von Trainer Mike Fuhrig: „Sie wächst langsam in die ihr zugedachte Führungsrolle hinein.“ Ohne das Energiebündel, dem der SG-Coach nach dem 10:6 (16.) und einem schmerzhaften Aufprall auf die Schulter eine kleine Auszeit gönnte, lief es nicht mehr ganz so gut. Die nie verzagenden Mittelhessinnen kamen auf 10:13 heran, ehe zwei weitere Tempogegenstoßtore von Anne Hildebrandt für den alten Abstand sorgten.

        

                             
                            
                                         
                              
                                Artikel vom 17.10.2010
                                von Ralf Ohm

 

 



Es folgte ein kleiner Einbruch, den der Trainer bei seiner Forderung nach „60 Minuten Gasgeben“ durchaus einkalkuliert hatte. Und er war „zu verkraften“ (Fuhrig), auch wenn die Gäste, begünstigt durch vier SG-Zeitstrafen und Dauths Paraden, die Partie kurzzeitig zum 15:16 (32.) kippen konnten. Doch als die Not am größten war, schaltete die Abwehr mit der überragenden Torfrau Nilla Oross noch einen Gang höher, was zwei Unterzahltreffer von Hildebrandt und Sabrina Weiß zur Folge hatte. „Der Knackpunkt des Spiels“, wie Kleenheims Trainer Christian Grzelachowski gestand. Denn danach sah sein Team kein Land mehr, ging im Angriffswirbel des Gegners völlig unter. Über 21:17 (39.) und 27:21 (48.) führte Steyer ihr Team zum dritten Sieg in Folge. „Es könnte für uns ein goldener Oktober werden“, frohlockte Rückraumspielerin Maria Pirvan. Nett formuliert, aber durchaus ebenfalls als Kampfansage an die Konkurrenz zu verstehen. • SG 09: Wehr, Oross (ab 24.) - L. Hildebrandt, A. Hildebrandt 5, Weiß 5, Kühlborn, Darányi, Pirvan 1, Horn 1, Duknauskaite 6/2, Steyer 14/9, Fischer 2.

(22.10.2010)

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