Derby:
Fritzlar jubelt über Klassenerhalt - Fuhrig mit Punkt
zufrieden
melsungen.
Ende gut, alles gut. Und zwar für beide
Derbyrivalen der 3. Handball-Liga West.
Für die SG 09 Kirchhof, die mit dem
27:27-Remis gut leben konnte, auch wenn
aus der anvisierten Revanche für die
klare Hinspielniederlage nichts wurde.
Und für den SV Germania
Fritzlar, der sich mit dem Punkt als Tabellenzehnter den
Klassenerhalt sicherte und damit eine nervenaufreibende
Relegation ersparte.
„Wir haben unseren Urlaub
gerettet“, freute sich Anna Miszczyj. Was zum größten teil
auf das Konto der Rechtsaußen ging, die in der
Schlussphase mit ihren Gegenstoßtoren nach gestochen
scharfen Pässen von Torfrau Rodziewicz für leichte Tore
sorgte, nachdem im eigenen Positionsangriff nicht mehr
viel ging. Laut Sandra Josefiak die Folgen eines „langen
Tiefs“, das die Gäste aber noch rechtzeitig
durchschritten. „Ich bin stolz, dass meine Mannschaft
nochmal zurückgekommen ist“, konnte daher SVG-Trainerin
Ildiko Barna mit Fug und Recht behaupten, „auch wenn wir
es uns unnötig schwer gemacht haben.“
Die Erfüllung ihrer Mission
hing phasenweise am seidenen Faden, weil es ihre
Schützlinge in der ersten Hälfte nicht verstanden, aus dem
Fehlstart des Gegners vorentscheidend Kapital zu schlagen.
„Wir haben sehr, sehr spät ins Spiel gefunden“, gestand
SG-Regisseurin Celia Steyer, die indes an der Kirchhofer
Aufholjagd entscheidend (und mit insgesamt acht Feldtoren)
beteiligt war. |

Artikel vom
17.01.2010
von Ralf Ohm
Starke Flügelzange
Den Rest besorgte eine
bärenstarke Torfrau Wehr und eine pfeilschnelle, nach einer
Viertelstunde eingewechselte Flügelzange. „Wir haben uns als
erstes in der Abwehr gefangen, was mir das Halten natürlich
erleichtert hat“, gab Elisabeth Wehr die Komplimente an ihre
Vorderleute weiter. Nutznießerinnen ihrer insgesamt 14
Paraden, darunter drei abgewehrte Siebenmeter, waren vor allem
die pfeilschnellen Außen Lena Dietrich und Christin Kühlborn,
die nicht nur in der ersten und zweiten Welle kaltschnäuzig
einlochten. Rechtsaußen Dietrich ließ als Rechtshänderin von
rechts sogar die vor der Pause überragende Malgorzata
Rodziewicz einige Male „alt“ aussehen. „Man muss lange in der
Luft bleiben und die Torfrau ausgucken“, beschrieb die
17-Jährige ihr Erfolgsrezept.
„Wir haben die Außen wohl etwas
unterschätzt“, gestand Linkshänderin Katrin Schmalz, die nicht
wie gewohnt zum Zuge kam. Weil sie in Fritzlars Aufbaureihe in
puncto Tordrang fast auf sich allein gestellt war und weil die
3:2:1-Deckung der Gastgeberinnen mit zunehmender Spielzeit
immer besser funktionierte.
Aber auch im SG-Rückraum ging
trotz einer zwischenzeitlichen Drei-Tore-Führung nochmal die
Angst um. „Am Ende war‘s wie am Anfang“, beschrieb Kirchhofs
Trainer Mike Fuhrig die Achterbahnfahrt seiner Mannschaft.
Drum ging für ihn das Unentschieden in Ordnung. Zumal es sich
beide Teams durch harten Kampf verdient hatten.
Von Ralf Ohm |