Artikel vom 04.01.2012
von Ralf Ohm                   

Abwehr SG-Trumpf
 

Vor der Saison wäre Mike Fuhrig mit 16:10-Punkten nach der Hinrunde nach eigenen Aussagen „sehr, sehr zufrieden“ gewesen. Doch als diese respektable Ausbeute seiner Mannschaft perfekt war, fand der Trainer des Drittligisten SG 09 Kirchhof dann doch ein Haar in der Suppe.

„Vier Punkte mehr und wir wären ganz dick im Geschäft gewesen“, beklagt der ehemalige Bundesliga-Spieler zwei vermeidbare Niederlagen gegen HSG Blomberg-Lippe II (27:28) und den SHV Oschatz (25:26). Ausgerechnet nach dem fulminanten 29:27-Derbysieg gegen Germania Fritzlar, als plötzlich die Leistungskurve seiner Teams nach unten zeigte. Und damit laut Fuhrig ihre „fehlende Konstanz“ offenbarte.

Die wiederum ist einerseits der Unerfahrenheit viele junger, entwicklungsfähiger Spielerinnen wie Christin Kühlborn geschuldet, andererseits der Abhängigkeit von (einigen wenigen) Leistungsträgerinnen wie Vilte Duknauskaite, Jana Pollmer und Viktoria Marquardt. Weitere feste Größen wie Abwehrchefin Lena Hildebrandt (Fuhrig: „Sie hat in der Defensive einen Top-Job gemacht“) oder das gut harmonierende Torhüter-Gespann Oross/Bärthel sind dünn gesät. Dazu kommen spieltaktische Einschränkungen durch das Fehlen einer Linkshänderin und Schwächen über außen.

  

Widrigkeiten, denen Mike Fuhrig mit einer offensiven Deckung und daraus resultierenden Tempohandball begegnete. Seine Protagonistin: Jana Pollmer als vorgezogener Störenfried und Tempogegenstoßspezialistin, die die Spitze der Torjägerliste stürmte. Fast schon ein Markenzeichen ist die Kirchhofer 4:1-Abwehr in Unterzahl, die so manchen Gegner verblüffte und den numerischen Nachteil ausglich.

Der SG-Coach will diesen Weg fort setzen, die Abwehr noch mehr stabilisieren und mit weiteren offensiven Varianten (4:2) ausstatten. Immer noch in der Hoffnung auf Verstärkungen. „Mein Weihnachtswunsch wäre eine Linkshänderin“, sagt der Ex-Nationalspieler. Wie´s aussieht, wird er sich bescheiden müssen. Immerhin froh darüber, dass die Abstiegszone weit weg ist, was vor der Saison keineswegs selbstverständlich war. Und die gute Hinrunde zusätzlich aufwertet.(ohm)



 

 

 

(12.01.2012)

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